ATLAS - Automatisiertes Tarif- und Lokales Zoll-Abwicklungs-System

ATLAS richtet sich an alle an der Zollabwicklung Beteiligten, wie Einführer, Ausführer, Versender oder deren Vertreter sowie an Datenübermittlungsdienstleister, Dezentrale Kommunikationspartner und Softwarehersteller für am Außenhandel beteiligte Firmen. Die deutsche Zollverwaltung schafft auf der Grundlage des Artikel 4a Absatz 1 ZK-DVO [VO (EWG) Nr. 2454/93] die Voraussetzung dafür, den kommerziellen Warenverkehr mit Drittländern weitgehend automatisiert mit Hilfe von Informationstechnologie abzuwickeln. Hierzu ist das IT - Verfahren ATLAS entwickelt worden.

Die Änderungen des EG-Zollrechts und der Außenwirtschaftsverordnung bringen für deutsche Exporteure umfangreiche Neuerungen mit sich. Insbesondere müssen sich deutsche Ausführer darauf einstellen, dass zum 1. Juli 2009 Ausfuhranmeldungen nur noch in elektronischer Form abgegeben werden können. Dazu ist im das elektronische Ausfuhrverfahren ATLAS-Ausfuhr vorgesehen.


Die vereinfachten Verfahren Zugelassene Ausführer (ZA), vertrauenswürdige Ausführer (VA) werden dann gleichfalls mit ATLAS-Ausfuhr umgesetzt. Um ab dem 1. Juli 2009 die Erleichterungen aus den o. g. Verfahren weiterhin in Anspruch nehmen zu können ist es erforderlich, die Bewilligung bei dem für den Firmensitz des Ausführers zuständigen Hauptzollamtes neu zu beantragen. Eine automatische Umstellung der bisherigen Bewilligungen erfolgt nicht; diese werden zum 30. Juni 2009 widerrufen.

Teilnahmevoraussetzungen:
  • Einsatz einer zertifizierten Teilnehmersoftware
  • Einsatz einer Kommunikationssoftware
  • Zollnummer
    • Hinter der Zollnummer werden unternehmensspezifische Daten hinterlegt und in ATLAS plausibilisiert.
  • Anmeldung bei der KoSt ATLAS
    • Nach § 8 a der Zollverordnung bedarf die Teilnahme an einer elektronischen Datenübermittlung der vorherigen Anmeldung.
  • Beteiligten-Identifikations-Nummer (BIN)
    • Die BIN ersetzt beim elektronischen Nachrichtenaustausch mit dem Zoll die handschriftliche Unterschrift.
  • Funktions- und Verfahrenstests
    • Um den reibungslosen Austausch der elektronischen Nachrichten zwischen den Unternehmen und den Zollstellen im anschließenden Echtbetrieb sicherzustellen, besteht die Möglichkeit, am Probebetrieb mit Testzollstellen teilzunehmen. Die KoSt ATLAS behält sich vor, von Fall zu Fall einen kurzen Test durchzuführen.

Ausfuhrabwicklung

Herausforderung 1: Zollaufgaben werden integraler Bestandteil der Wertschöpfungskette. Atlas zwingt Unternehmen dazu, ihre Zollabwicklung mehr als zuvor in bestehende Logistikprozesse zu integrieren. Das Verfahren, das nun alle anderen Meldeverfahren ablöst, sorgt dafür, dass eine Vielzahl von Kommunikationsschritten mit dem Zoll nun parallel zur tatsächlichen Abwicklung laufen. Das heißt: Der Nachrichtenaustausch mit dem Zoll findet kontinuierlich statt, und es muss erst eine Antwort vom Atlas-System abgewartet werden, bevor Einlagerung oder Produktion fortfahren können. Diese ständige Kommunikation, die zwar größtenteils automatisiert abläuft, setzt voraus, dass die betrieblichen Prozesse darauf abgestimmt werden. Nur dadurch lässt sich vermeiden, dass Logistik und Produktion ins Stocken geraten.

Herausforderung 2: Risikomanagement durch die Hintertür. Mit Atlas hält das Risikomanagement Einzug in die Zollabwicklung. Weitere Zollrechtsänderungen rund um die Reform des Zollkodex werden diese Entwicklung verstärken. Für den Zollbeauftragten bedeutet das: Es liegt in seiner Verantwortung, sicherzustellen, dass die gesetzlichen Bestimmungen auch bei der Zollabwicklung eingehalten werden. Das heißt, er muss sich auch um die „Compliance“ – also die Einhaltung der EG-VO 881/2002 und 2580/2001 und deren Anhänge kümmern. Den hier gelisteten Personen und Organisationen dürfen keine wirtschaftlichen Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Spätestens bei einer Betriebsprüfung muss dargelegt werden, welche Maßnahmen im Rahmen des Risikomanagements getroffen wurden. Bei der Auswahl eines Software-Partners sollte es daher ein Kriterium sein, ob das Unternehmen auch in diesem speziellen Themenbereich Erfahrung hat und Lösungen bietet. (SAP-GTS hat diese Erfahrungen und bitte auch vollständige Lösungen)

Herausforderung 3: Ohne Archiv geht nichts. In der Abgabenordnung ist die Aufbewahrungs- und Mitwirkungspflicht der Wirtschaftsbeteiligten geregelt. Diese sind verpflichtet, die mit der Zollverwaltung ausgetauschten Nachrichten im Original zehn Jahre aufzubewahren. Aus diesem Grund sollte ein revisionssicheres Archivsystem Bestandteil einer Atlas Lösung sein. (auch hier bietet der SAP-GTS die Lösung)